Eröffnungskonzert des Bachfestes 2017

in der Thomaskirche am 9. Juni 2017

„Die Nacht ist vergangen!“– Mit diesem Psalmvers ist eigentlich alles gesagt, was der „Lobgesang“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy zu sagen hat. Das Kirchenlied „Nun danket alle Gott“ folgt auf diese Erlösung aus der Dunkelheit und greift damit nicht nur den Gedanken und die Bedeutung der Reformation auf. Denn Gott sei Dank erfand Johann Gutenberg 1540 den Buchdruck mit beweglichen Lettern. Gott sei Dank bekam Felix Mendelssohn Bartholdy 1839 den Auftrag der Stadt Leipzig zur 400-Jahr-Feier eben dieser bahnbrechenden Erfindung ein Werk zu komponieren. Gott sei Dank lebte und arbeitete Mendelssohn in Leipzig und somit im unmittelbaren Umfeld von Thomasschule und Thomanerchor und Gott sei Dank sind es jene Chöre, die 2017 im Jahre der Reformationsfeierlichkeiten gemeinsam den „Lobgesang“ Felix Mendelssohn Bartholdys zur Aufführung bringen, natürlich in der Thomaskirche, in welcher schon 1840 die Uraufführung stattfand. Damit bescheren sie sowohl sich selbst, als auch den Hörern ein besonderes (Klang-) Erlebnis.

Schon das zweite Jahr hintereinander finden sich der Thomanerchor und ca. 30 Sänger des Thomasschulchores zusammen, um gemeinsam das Eröffnungskonzert des Bachfestes in der Thomaskirche zu gestalten. Und eben dieses „Gestalt annehmen“ gemeinsamer musikalischer Erlebnisse begann im Jahre 2012 zur 800-Jahr-Feier von Thomaskirche, Thomasschule und Thomanerchor, als einige Frauenstimmen des Thomasschulchores in einer Auftragskomposition zur Festwoche mitwirkten. Seitdem zehren die Schüler von den musikalischen Begegnungen, die auch Auswirkungen auf den Schulalltag haben. Sie lernen nicht nur gemeinsam, sondern verbrachten in der Vorbereitungsphase auf das Konzert  auch viele Proben miteinander.

Das zweiteilige Werk besteht aus einem sinfonischen Teil und einem Kantatenteil mit Solisten, Chor und Orchester. Beide Teile werden musikalisch zusammengehalten, indem besonders prägnante Themen aus dem ersten Teil später wieder aufgegriffen werden, wie z. B. das Eingangsmotiv „Alles was Odem hat“.

Für die beteiligten Sänger war die imposante Wirkung dieses Themas bereits in den Proben mit Klavier spürbar und zeigte sich insbesondere bei den späteren Proben mit dem Festspielorchester Halle in der Thomaskirche.

Den Mitgliedern des Thomasschulchores wurde der für Außenstehende sonst verborgene Blick in den Alltag und die Probenarbeit der Thomaner gewährt. Beeindruckend war für einige neben der schnellen Erarbeitung des Werkes der sportliche Einsatz der Stimmen bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit.

Und was sich im Probensaal noch als schwierig erwies, offenbarte in der Kirche seine eigentliche Klangwirkung. Nicht zuletzt durch das harmonische Zusammenwirken aller Künstler und die intensive Probenarbeit gestaltete sich das Werk bis zu seiner Aufführung zu einem außergewöhnlichen Erlebnis für Mitwirkende und Zuhörer gleichermaßen.

Julika Modro, Elisabeth Triegel, Ulrike Gaudigs



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